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Blaue Papiertonne

Montag, 23. Juni 2008 | Autor: Lars

Heute wurden in Badenhausen blaue Papiertonnen verteilt, passend zur Mitteilung im HarzKurier und Seesener Beobachter.

Allerdings hat diese Tonne einen kleinen Haken. Sie stammt nicht vom Landkreis und somit auch nicht von der Firma Veolia die hier die Müllabfuhr regelt. Die Tonnen die heute verteilt wurden stammen von der Firma Remondis. Sie können genauso genutzt werden wie die vom Landkreis nur mit einem Haken. Hier will eine private Firma Geld verdienen. Nichts verbotenes aber weiter gesehen mit einem Nachteil für alle Gebührenzahler. Durch die entgangenen Einnahmen aus dem Papiermüll kann es sein das der Landkreis Osterode die Müllgebühren anpassen muss. Natürlich dann nach oben, nicht nach unten.

Ich stelle hier einfach mal die Pressemitteilung des Landkreises ein.

Der Landkreis Osterode am Harz führt gemeinsam mit der Firma Veolia ab dem 16. Juni im Kreisgebiet Modellversuche zur Blauen Tonne durch. Mit diesen neuen Tonnen wird Altpapier eingesammelt. Beginnend in der Samtgemeinde Walkenried, werden nach und nach die Blauen Tonnen verteilt – wo im Anschluss, darüber wird kontinuierlich berichtet. Die Behälter sind in den Größen 240 l und 1,1 m³ vorhanden, als Faustregel werden bei bis zu 6 Personen 240 l aufgestellt. Alle Haushalte werden über den Modellversuch mit einem Faltblatt informiert; Wohnungsgesellschaften und Verwalter werden unmittelbar angeschrieben, um hier auch für Einzelfälle maßgeschneiderte Lösungen zu finden. Es gibt keine Pflicht zur Blauen Tonne, Nachbarschaftstonnen und die Bündelsammlung sind weiterhin möglich. Einzige Einschränkung ist die Umstellung auf die 28-tägliche Sammlung voraussichtlich ab Oktober, allerdings weiterhin am Tag der Restabfallabholung. Die Blaue Tonne – eigentlich eine graue Tonne mit einem blauen Deckel – wird mit einem besonderen Aufkleber gekennzeichnet.

Die Altpapiersammlung mit der Blauen Tonne ist nur im 28-täglichen Rhythmus zu haben, außerdem steht ein weiterer Behälter auf dem Grundstück. Die Hygiene spielt beim Altpapier indes keine Rolle, und gelagert werden muss das Papier jetzt auch. Da bietet ein fester Behälter, der überdies auch im Freien stehen kann, eine gute Alternative; die Beschaffung von Kartons, Papiertüten etc. entfällt dann. Weitere Vorteile schließen sich an.

Das Thema „Blaue Tonne“ ist derzeit verbunden mit Begriffen wie Häuserkampf, Streit vor Gericht und Private gegen Kommunen. Wegen stark gestiegener Nachfrage an Altpapier im asiatischen Raum ist der Export angezogen, auch die Erlössituation gestaltet sich günstig. Daran wollen viele teilhaben. Private Entsorger nutzen die Möglichkeiten, die ihnen die Gesetzgebung schon lange einräumt, bei der günstigen Erlössituation jetzt bis zur Neige aus. Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sind hingegen verpflichtet, immer ein flächendeckendes Sammelsystem zu gewährleisten – und das nicht nur, wenn hohe Erlöse zu erzielen sind. Erlöse aus der Altpapiervermarktung fließen in den Gebührenhaushalt ein; ein Privater zieht eigenen Profit aus der Sammlung, es fließt kein Geld dem Gebührenhaushalt zu. Der private Entsorger wird auch nur da tätig, wo es sich mit wenig Aufwand lohnt: Im Klartext heißt das, dass die Kommune kleine Orte, Harzorte, Aussiedlerhöfe etc. selbst entsorgen kann, die Privaten aber nur solange im Geschäft bleiben, wie es Erlöse gibt; eine Garantie für eine Flächendeckung und eine andauernde Tätigkeit auch bei sinkenden Erlösen geben die Privaten selbstverständlich nicht ab. Zusammengefasst hat das Agieren der privaten Entsorger nachteilige Folgen für die Gebührenhaushalte der Kommunen; Gebührensteigerungen sind nicht auszuschließen. Die Folgerung: Die Kommunen müssen selbst tätig werden.

Der Landkreis Osterode am Harz als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger vor Ort und sein beauftragter privater Partner, die Firma Veolia, sind sich einig, dass die Abfallwirtschaft im Landkreis weiterhin „aus einem Guss“ sein muss, um eine seriöse passgenaue Leistungspalette – auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels – anbieten zu können. Der Landkreis hat mit Veolia den führenden Altpapierentsorger in Deutschland an seiner Seite – dieser konnte der Verwaltung nun eine attraktive Umsetzung des Projektes „Blaue Tonne“ für den Landkreis anbieten.

Es ist natürlich jedem freigestellt entweder Veolia oder Remondis das Altpapier zu geben. Bedenkt aber die evtl. daraus folgende Erhöhung der Müllgebühren.

Und hier noch ein kleines PDF vom Landkreis mit Antworten auf die wichtigsten Fragen: FAQ Blaue Tonne

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Thema: Aus der Gegend

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