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Politiker wollen gegen Flatrate-Trinken vorgehen

Montag, 12. März 2007 | Autor: Lars

Und ich noch mal.

Diesmal zum Thema: Politiker wollen gegen Flatrate-Trinken vorgehen gelesen auf Spiegel.de

Hört sich ja generell erstmal interessant an. Aber, ich möchte das Thema mal etwas durchleuchten. Warum wollen Politiker dagegen vorgehen? Ganz einfach, ein 16-jähriger Gymnasiast hat sich ins Koma gesoffen.

Ok, das ist der erste Standpunkt, und bis hier her kann man das warum ja noch einigermaßen nachvollziehen. Jetzt kommt aber der Punkt den die Politiker vergessen wenn man etwas ausführlicher berichtet was genau mit diesem 16-jährigem passiert ist.

Zitat:

Ein 16-jähriger Berliner, der sich offenbar an einem Wetttrinken beteiligt hatte, war am 25. Februar in einer Charlottenburger Bar zusammengebrochen und liegt seitdem im Koma. Er soll 56 Gläser Tequila getrunken haben.

Aha, jetzt wird die Sachlage schon deutlicher. Aber, ich stell mir hier zwei Fragen.

1. Warum kommt ein 16-jähriger in einer Bar an «Branntwein, branntweinhaltige Getränke oder Lebensmittel, die Branntwein in nicht nur geringfügiger Menge enthalten»

2. Können Politiker keine vorhandenen Gesetze lesen und/oder verstehen?

Einige werden sich jetzt fragen, warum diese Fragen. Ganz einfach. Ich zitiere mal den vorhandenen §9 aus dem Jugendschutzgesetz (JuSchG).

(1) In Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit dürfen

1. Branntwein, branntweinhaltige Getränke oder Lebensmittel, die Branntwein in nicht nur geringfügiger Menge enthalten, an Kinder und Jugendliche,

2. andere alkoholische Getränke an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren

weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.

Wer diesen § versteht, wird auch verstehen warum ich nicht verstehe das Politiker nichts verstehen.

Das Gesetz regelt schon klipp und klar den hier vorliegenden Fall. Der Barbesitzer hat sich strafbar gemacht und es wird wohl zu wenig kontrolliert in der Bar. Aber, das Gesetz was so einen Fall ausschließen soll, gibt es schon längst. Da braucht man kein weiteres Flatrate-Verbot.

Danke fürs lesen

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Thema: Deutschland

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Ein Kommentar

  1. 1
    MrAnderson 
    Montag, 12. März 2007

    Das Problem ist ja wie immer:
    Einmal etwas passiert, schon schreien die Medien wieder auf (oder sie haben gerade keinen anderen, besseren Aufreißer und brauchen das Thema zum Füllen der Seiten). Hier insbesondere tut sich ja die Klatschpresse wieder hervor, schreibt wie immer gewohnt dramatisch und andere Medien greifen es auf. Danach schalten sich Politiker ein und denken den Mund aufmachen zu müssen. Primzip: schlafender Hund wird geweckt und muss bellen.
    Also wird das übliche blabla abgefahren und das man doch UNNNBEDINNNGT etwas dagegen tun muss. Es finden sich immer noch 10 andere Dumme, die der gleichen Auffassung sind und fertig ist der doch dringende Apell an die Regierung…Prozedere 0815 - kennen wir ja bereits.

    Dass es- wie immer-für solche Fälle bereits existierende Gesetze gibt ist erst einmal uninteressant. Nur wie genau die Kontrolle der Gesetze wieder erfolgen soll, darüber streiten sich ja wie immer die Gemüter. Das ist aber auch egal, die Politik hat reagiert, der Pöbel ist besänftigt.
    (siehe BSE, Fleischskandal, Vogelgrippe was weiss ich)

    Zudem fragt sich aber wieder niemand, warum der Koma-Patient so viel
    getrunken hat! Warum er getrunken hat und warum keiner seiner Freunde ihn zb. am Konsum gehindert hat….
    Alleine den Betreiber die Schuld zu geben, kann auch nicht immer der richtige Weg sein.

    Aber so ist das nun einmal wieder, besser nicht drüber nachdenken, es gibt Schlimmeres

    viele Grüße

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